Unsere Organisations- und Digitalisierungsexpertin Leslie Czienienga war zusammen mit Verena Todeskino und Kathrin Müthing aus dem PROSOZ Institut für Sozialforschung (PIFS) auf dem con_sens Fachkongress in Hamburg. Digitalisierung ist Thema! DA+ Blogger Firat Coskun befragt die Kolleginnen nach Ihren Erlebnissen.

Wie hat euch das con_sens Fachkongress gefallen?

Leslie Czienienga: Mir hat die offene, kommunikative Atmosphäre sehr gut gefallen. Da gab es keine großen „Anlaufschwierigkeiten“, man war sofort drin. Inhaltlich erinnere ich mich gern an den Workshop zum Thema „Öffentliche Verwaltung als attraktiver Arbeitgeber?“. Da ging es um die Frage, wie im öffentlichen Dienst die vielen offenen Stellen besetzt werden können. Da stehen die Verwaltungen untereinander im Wettbewerb und einige versuchen beim Recruiting neue Wege zu gehen. Das ist vor allem deshalb nötig, da die Verdienstmöglichkeiten im öffentlichen Dienst für viele Leute nicht so attraktiv erscheinen wie in der Privatwirtschaft. Wir haben in der Runde diskutiert, welche Rahmenbedingungen für einen Verwaltungsjob sprechen. Da ist es wichtig die Perspektive zu erweitern: Verwaltung, insbesondere die Arbeitsvermittlung leisten einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft. In Zeiten, in denen viele junge Menschen auf der Suche nach Sinn sind und diesen auch in der ihrem beruflichen Tun sehen möchten, sollte dieser Fakt noch mal mehr betont und herausgestellt werden.

Kathrin Müthing: Der Kongress hat es geschafft, eine sehr spannende Zielgruppe anzusprechen – interessierte Macher mit Mut und Willen, etwas zu bewegen und über Veränderungen nachzudenken. Das hat mir besonders gut gefallen – anders als bei anderen Veranstaltungen musste man in den Gesprächen am Stand nicht vom Thema überzeugen, sondern konnte direkt konstruktiv und inhaltlich mit den Leuten sprechen.

Verena Todeskino: Die Teilnehmer waren sehr interessiert und damit gab es am Stand immer einen regen Austausch zum Thema Digitalisierung. Damit hängt auch ein weiterer Aspekt zusammen: Wir konnten insgesamt feststellen, dass auch die Teilnehmer die Themen Digitalisierung und Verwaltung nicht mehr ohne die Organisation und die sich darin befindenden Mitarbeiter denken. Mit diesem Grundverständnis sind die Standgespräche gleich spannender und Frage, Herausforderungen oder Erfahrungen können direkt ausgetauscht werden.

Ihr hattet den PROSOZ-Stand. Welche Gespräche sind euch in Erinnerung geblieben?

Leslie Czienienga: Wir haben mit unserem Stand ein offenes Gesprächsangebot verbunden: Was denken Sie über die Digitalisierung? Kann man die der IT überlassen? Wie wichtig ist der Mensch? Welche Rolle spielt die Organisation? Ich glaube, dass wir mit diesen Fragen und unseren Hypothesen einen Nerv getroffen haben. Viele Menschen beschäftigen sich genau mit diesen Fragen. Das haben die Gespräche gezeigt. Viele haben ganz deutlich gesagt „ Ja, das Thema ist wichtig, aber ich weiß gar nicht, wo wir anfangen sollen“. Da ist ein großes Interesse, große Bereitschaft das Thema aktiv anzugehen, gleichzeitig aber auch viele Fragezeichen. Dabei fängt keine Verwaltung bei Null an. Überall läuft schon was, häufig werden Dinge wie z.B. die Online-Terminvergabe gar nicht unter dem Label Digitalisierung gesehen.

Kathrin Müthing: Wie bereits erwähnt, gab es so gut wie keine inhaltslosen Standgespräche, bei denen man merkt, dass die Gesprächspartner nur so lange aushalten, dass sie Werbematerialien bekommen. Die Gespräche waren offen und mit inhaltlichem Anspruch, den wir interdisziplinär sehr gut aufnehmen konnten.

Verena Todeskino: Nach der jetzt schon etwas längeren Akquisetätigkeit für das PIFS freut es mich immer sehr, wenn man alte Bekannte trifft und sich auch über andere Dinge austauschen kann – das bleibt natürlich im Gedächtnis. Dann ist es auch immer schön Ansprechpartner zu treffen, mit denen man bisher nur telefoniert hat und damit ein Gesicht zur Person vor Augen hat. Darüber hinaus ist mir die lebhafte Stimmung und Atmosphäre an unserem Stand in Erinnerung geblieben – die Diskussionen an unserem Flipchart und das Teilnehmer hier aktiv einbezogen wurden.

Wenn die Veranstaltung zu Ende war, wie habt Ihr euer „Feierabend“ verbracht?

Leslie Czienienga: Ganz ehrlich, nach so vielen Gesprächen und Eindrücken ist es gut alles erstmal sacken zu lassen. Eigentlich wollten wir eine Joggingrunde um die Alster drehen, das berühmte „Hamburger Schietwetter“ hat uns aber einen Strich durch diesen Plan gemacht, vielmehr waren wir dafür nicht gewappnet. So haben wir bei einem schönen Abendessen den Tag Revue passieren lassen.

Kathrin Müthing: Wir haben den Tag kurz sacken lassen, uns über die spannendsten Ergebnisse aus unseren Gesprächen ausgetauscht und noch einmal klar bekommen, wie gut und wichtig unser gemeinsamer Auftritt ist. Dann war‘s aber auch gut mit arbeiten – Ein Spaziergang durch die Stadt und ein gutes Essen haben den Tag entspannt ausklingen lassen.

Verena Todeskino: Beim Bummeln durch die Innenstadt haben wir den Kopf für den nächsten Tag freibekommen oder natürlich auch bei leckerem Essen und einem Bierchen am Abend. Neben dem Austausch, was am Tag passiert ist und am nächsten auf uns zu kommt, haben wir uns auch einfach privat ausgetauscht und den Abend ruhig ausklingen lassen.

Euer Fazit zur Veranstaltung!

Leslie Czienienga: Der Fachkongress war aus unserer Sicht eine runde Sache. Schöne Location, offene interessierte Teilnehmer, sehr gute Gespräche. Wir haben neue Ideen mit nach Hause genommen und wir freuen uns das Thema Digitalisierung zunehmend mit anpackenden Menschen anzugehen.

Kathrin Müthing: Digitalisierung ist Mensch, Technik und Organisation – genau bei diesen Stellschrauben setzen wir für unsere Kunden an und unterstützen sie auf ihrem Weg. Das wurde uns noch einmal sehr deutlich gespiegelt, wir sind mit unseren Angeboten genau auf dem richtigen Weg.

Verena Todeskino: Hamburg ist immer eine Reise wert und ebenso der Fachkongress der con_sens. Außerdem ist unser erster gemeinsamer Auftritt von DA+ und PIFS einfach super gelaufen – als hätten wir nie was anderes gemacht. Unsere Fähigkeiten zusammen, das interdisziplinäre Team, funktioniert perfekt miteinander und ist ein großer Mehrwert für die Kommunen, die sich gemeinsam mit uns auf den Weg in eine digitale Verwaltung und digitale Kommune machen! So soll es weiter gehen!